Tee trinken – Welche Farben und Sorten gibt es beim Tee?

Chinesischer Tee: Welche Sorten und Farben gibt es ?

Abwarten und Tee trinken… Es gibt unzählige Redewendungen, die die Bedeutung des Tees nicht nur als Getränk, sondern auch als Ritual, Zeremonie und gesellschaftliches oder persönliches Ereignis hervorheben.  Welcher Tee jeweils gemeint ist wird zunächst nicht klar. Ob man nun Früchtetee, Nieren- und Blasentee, Schietwettertee mit Karamellnote meint, Ostfriesentee der ja immerhin schonmal „Schwarz“-Tee enthält oder eben echten chinesischen Tee in seiner ursprünglichen Form. 

Wenn wir von Tee-Trinken reden oder offiziell zum Tee laden, beziehen wir uns auf den chinesischen Tee. Vor etlichen Jahren haben mein Falke und ich uns beim Tee kennen gelernt, inmitten eines höchst überfüllten Raves, hatte er mit seinem liebevoll und detailreich bestücktem Teebrett eine Oase der Ruhe zwischen den zuckenden Leibern geschaffen. In einer modernen Weiterführung der chinesischen Teetradition erzählte er gute Geschichten und schaffte es mit einer heiteren Leichtigkeit geistreiche Gespräche anzuregen. Mich faszinierte, wie dieses Ritual verschiedenste Menschen zusammenführte, die größten Rüpel die winzigen Tässchen achtsam zwischen ihren Fingern balancierten und die kleinen Porzellan- und Tonfigürchen mit großer Neugier musterten. Wie von selbst hob sich die Redekultur, sonst verbreitete Schimpf- und Füllwörter verschwanden wie von alleine und auch die Themen kreisten um qualitative Themen deren Tiefe mich für die fortgeschrittene Uhrzeit und des verbreiteten Suchtmittelkonsums doch überraschten. 
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Keep Calm and drink Tea

Ein Mord mag verziehen werden, eine Unhöflichkeit beim Tee nie.
Chinesisches Sprichwort

Es ist, als ob dieses alte chinesische Sprichwort sich global in den Herzen der Menschen verankert hat und sie sich prophylaktisch schonmal besser benehmen als sonst, wenn sie Tee trinken. 
Einer Legende nach wehte der Wind einige Blätter des wilden Teestrauches in die mit heißem Wasser gefüllte Tasse des Kaisers Shen Nung. Dies soll über 2700 Jahre v.Chr. die Entdeckung des Tees als belebende, wohlschmeckende und heilende Pflanze gewesen sein. Wenn wir von Tee reden, so meinen wir immer Blätter der Pflanze Camellia sinensis.
Diese existiert als Teebaum, der bis zu 1000 Jahre alt werden kann (Camellia sinensis var sinensis) und als Teestrauch, der „nur“ rund 100 Jahre alt wird (Camellia sinensis var assamica). 

Der normale handelsübliche Tee stammt von den kultivierten Teesträuchern, die kommerziell sowohl in China als auch Indien angebaut werden. 
Der Tee-Händler unseres Vertrauens, Gerhard vom „Cha Dao“ im schönen Odenwald kennt seine Zulieferer größtenteils persönlich und hat etliche Meilen hinter sich gebracht, um auch die uralten Teebäume im Hochland zu besichtigen, von denen einzigartiger und sehr kräftiger Tee geerntet werden kann. 

Taiwan auf chinesischem Tee Brett

Es gibt 6 Hauptsorten chinesischen Tees, von denen es jeweils etliche Untersorten gibt. 

Oolong Tee (chin. Blauer Tee) auch Wulong

Oolong Tee, eigentlich „Wulong“ (Schwarzer Drache) wird vor allem im Südosten Chinas und Taiwan angebaut, klar und geruchlich dem grünen Tee sehr ähnlich, doch im Geschmack so kräftig wie Schwarzer Tee. Der Fermentationsgrad entscheidet erheblich über den Geschmack. Je hochwertiger der Tee, desto länger der Nachgeschmack, „Nachhall“ im Mund. Ihm wird nachgesagt Proteine und Fett schnell abzubauen und eine gewichtsreduzierende Wirkung zu haben. Tie Guan Yin (25-30% Oxidationsgrad, die mittel bis stark oxidierten „Phönix“-Wulongs oder die mit 80% recht stark oxidierten „Stein“-Tees aus dem Wuyi Shan sowie der Dong Ding Oolong (der Name ist kein Witz 🙂 sind bekannte Vertreter dieser Sorte. 

Grüner Tee

Der wohl am längsten bekannte und in China verbreitetste Tee ist der grüne Tee. Die Bezeichnung leitet sich einfacherweise von der grünen Farbe der Blätter und des Aufgusses ab. Grüner Tee wird nach der Ernte erhitzt, gerollt und ohne Fermentation getrocknet, so dass die ursprüngliche Farbe der Blätter beibehalten wird und die berühmten Antioxidantien geschont werden. 

Gelber Tee

Gelber Tee ist eng mit dem grünen Tee verwandt, nur dass sein Aufguss ein klares Gelb annimmt. Er ist so selten und kostbar, dass er in China eigentlich nur zum Verschenken gekauft wird. Früher war die Farbe Gelb dem Kaiser vorbehalten und heute gilt es noch als besondere Ehrerbietung, Geschenke an einen besonderen Menschen in gelbem Geschenkpapier einzupacken. Ich denke dieser Umstand hat dazu beigetragen, dem gelben Tee seine Exklusivität zu verleihen.

Weißer Tee

Weißer Tee wird aus den Knospen und jungen Blättern der Teepflanzen im Südosten der chinesischen Fujian Provinz hergestellt. Durch ein besonders schonendes Trocknungsverfahren behalten sie den ursprünglichen Zustand mit feiner Behaarung, die das silbrig-weiße Aussehen der Blätter und die Namensgebung des Tees bestimmt. 
Weißer Tee hat z.B. gegenüber grünem Tee einen erhöhten Koffeingehalt, da die jungen Teeblätter mehr davon enthalten. Deshalb wurde er zeitweilig als Musen-Tee der Künstler und Schöngeister gehypt. Tatsächlich erfrischt er zuverlässig und macht einen klaren und fokussierten Zustand. 

Schwarzer Tee (chin. Roter Tee)

Was bei uns als schwarzer Tee bezeichnet wird und im Westen die populärste Teesorte ist, läuft in China unter der Farbe „roter“ Tee. In Wirklichkeit ist der Aufguss hellbraun, aber wer streitet schon über Farben? Die Blätter für die Schwarztee Zubereitung werden nach der Ernte fermentiert und anschließend „gebacken“.

Pu-Erh-Tee (chin. Schwarzer Tee)

Einer langen und aufwendigen Fermentation wird der „postfermentierte“ Tee, der Pu-Erh-Tee unterzogen. Für diesen Prozess bedarf es einen erfahrenen Teemeister, dass Endergebnis ist ein dunkelbrauner Tee, ein Tee der in China dann die Bezeichnung „Schwarzer Tee“ erhält. Ähnlich einem Wein reift er mit dem Alter und z.T. werden sehr hochwertige Tees vor allem in China sorgfältig verpackt in speziellen „Tee-Banken“  als Wertanlage gelagert. Pu-Erh-Tee aus der chinesischen Yunnan Provinz ist wegen seiner großen Blätter sehr speziell und beliebt.

Mein Falke hat mich öfter auf die Probe gestellt und mir ihm namentlich bekannte Teesorten im Gaiwan zubereitet. Immer wieder bei einer Sorte geriet ich in Verzückung: Tie Guan Yin (铁观音 – Die Eiserne Göttin der Barmherzigkeit). Scheinbar stehen wir beide auf „blaue“ Tees (Wulong bzw. Oolong) in unterschiedlichen Fermentationsgraden. Egal was der Teemeister Gerhard im Cha Dao ihm an Tee-Spezialitäten zubereitete, ihm gefiel stets der Wu Yi Da Hong Pao (Große Rote Robe aus dem Wuyishan) am besten. Dies ist ein „Stein“-Tee also ein sehr stark oxidierter Oolong/Blauer Tee mit unverwechselbarem rauchigem Aroma. 
Preise dieser „Da Hong Paos“ liegen je Untersorte und Kilo zwischen umgerechnet 600 und 6000 Euro. Da ist es wirklich großartig, dass man nur kleine Mengen benötigt und diese auch mit jedem Aufguss besser werden. Wirklich hochwertige Sorten vertragen über 10 Aufgüsse!

Wespenkönigin überwintern!

Wespenkönigin im Winter gefunden!

Meine Leidenschaft fürs Reisen und Bloggen ist bislang leider nur in meiner Freizeit möglich. Umso schöner, wenn die Arbeit zum eigentlichen Broterwerb auch noch Spaß macht! Ich habe das exquisite Glück, eine sinnstiftende Arbeit im Ingenieurswesen gefunden zu haben und bin dort zusätzlich Teil eines harmonischen und liebenswürdigen Teams (und nein, ich schreibe das nicht, weil ich sonst Konsequenzen befürchten müsste).

In meinem früheren Leben habe ich jedoch neben dem Studium eine ökologische Berufsimkerei mitaufgebaut und somit einige Erfahrungen in der professionellen Massentierhaltung (geschätzte 10 Millionen Tiere und mehr!) gesammelt.

Da mein Chef die Leidenschaft für Hautflügler, wenn auch „nur“ hobbymäßig mit mir teilt, war es kein Zufall, dass er heute mit einem scheinbar leeren Probenahmegefäß in meinem Büro erschien. „Sie müssten sich doch mit sowas auskennen!“ – Mit diesen Worten delegierte er die Fürsorge über das Glasgefäß samt Inhalt an mich. Erstaunt begutachtete ich das Gefäß und fand eine recht zierliche, ca. 20mm lange Wespe darin. Wer Bienenköniginnen mit ihrem prall-geschwollenen Hinterleib kennt, dürfte von der schmächtigen Erscheinung einer Wespenkönigin enttäuscht sein, doch allein das Fund-Datum (Mitte Januar!) ließ keinen anderen Schluss zu, als das diese kleine Dame royalen Ursprungs ist.

Wie überwintern Wespen?

Anders als Bienen überwintern Wespen (und auch übrigens Hummeln!) nämlich mutterseelenallein und auf ihren schmalen Schultern lastet die ganze Arbeit das Volk im Frühjahr wieder aufzubauen. Nur die Alt- und Jungköniginnen überleben das große Sterben im Herbst. Sie fallen in eine Winterstarre und verharren selbst bei niedrigen Frostgraden in ihrem Versteck, dass z.B. ein Holzstapel sein kann.

Dieses arme Tierchen hatte sich scheinbar in unserem Probenahmematerial im kühlen Lager versteckt. Zwischen Schutzanzügen, Werkzeugkoffern und Gummistiefeln wollte die Kleine den Winter überdauern, um in einem günstigen Moment ab März durch ein geöffnetes Fenster Richtung Freiheit und Sonne zu entfliegen und sich der großen Aufgabe zu widmen ein neues Volk ins Leben zu rufen.

Nun wurde sie durch das energische Rumwühlen meines Chefs gestört. Immerhin hatte sie das Glück, das Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein in meiner Firma nicht nur Greenwashing sind. Manchmal fahren manche Mitarbeiter sogar mit dem Rad zur Arbeit- erzählt man sich zumindest . Als sie erwachte und träge anfing zum Licht zu schweben fing mein Chef die Dame behutsam ein und vertraute sie mir an.

Überwinterung einer Wespenkönigin Glas mit Papier ausgestopft und Fütterung mit Zuckerwasser

Wespenkönigin Überwintern – Anleitung 

Ich fühlte mich in meiner alten Imkerehre gepackt und befragte erstmal Google. Als Imker kennt man sich ja nicht automatisch mit allen Verwandten und Anverwandten der Honigbiene aus! Und leider sind immer noch viele Imker und auch andere Privatpersonen der Meinung, dass Wespen nicht schützenswert seien. Faktisch stehen sie ebenso unter dem Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes wie andere Hautflügler auch. Ich lernte, dass die Dame erst einmal mit Zuckerwasser (Honig hatten wir leider nicht im Büro) versorgt werden muss, bevor man ihr Überwinterungsnest mit möglichst natürlichem Polstermaterial ausfüllt und sie in diesem, in einem trockenen, kühlen Raum/Schuppen mit Fluchtmöglichkeit ab März unterbringt. Ich fütterte sie, stopfte danach das Glas mit Küchenkrepp aus und brachte sie ins kühle Auto damit sie zurück in Winterstarre geht (Luftlöcher in den Deckel!). Zuhause wickelte ich das Glas in Noppenfolie und legte es in einen Karton, aus dem ich zuvor eine Flugöffnung ausgeschnitten hatte. Im Gartenschuppen angekommen öffnete ich das Glas, nachdem ich mich vergewissert hatte, dass die Königin sich ins Innere des Krepps zurückgezogen hatte.

Nun konnte ich sie beruhigt zurücklassen und freue mich darauf, dass dieses anmutige starke Wesen in einem fabelhaften Frühling erwacht. Dennoch hoffe ich inständig, dass sie es mir dankt, indem sie ihr Nest in großer Entfernung zu unserem Garten baut!

UPDATE aus dem Sommer: Die Königin war zu Beginn des Frühlings tatsächlich nicht mehr in ihrer Box und Ende Juli haben wir im zugespannten Sonnenschirm ein zartes Wespennest gefunden. Zufall?

Einladung zum Meister des Tees – Achtsamkeit und Vollendung beim Tee

Zum Meister des Tees – Ein Besuch im Cha Dao!

 

-Hier nehme ich dich in Kürze mit zu einem Besuch eines der größten Tee-Experten Deutschlands und gebe dir Einblicke in eine sehr chinesische Tee Verkostung auf deutschem Boden!-

Interkulturalität und Teekultur

Gemeinsam Tee trinken:
Die interkulturelle Teezeremonie als Kommunikationselement und Game-Changer

Verabredung zum Tee – Ein anderer Umgang mit dem chinesischen Traditionsgetränk

Mein ukrainischer Sokol und ich haben uns tatsächlich beim Tee kennengelernt. Was klingt wie eine prüde 60er Jahre Veranstaltung mit schleppendem Paartanz und verlegenen Blicken war tatsächlich eine Abrissparty bei einer gemeinsamen Freundin, bei der gute 150 Gäste auf 67 qm2 die Statik des Dachgeschoss Apartments und die Nerven der Nachbarn auf die Probe gestellt haben. In der unfassbaren Enge der tanzenden Leiber, der man eigentlich nur auf der Toilette für einen Augenblick entkommen konnte, hatte dieser wunderbare Mensch eine Tee-Ecke im ehemaligen Wandschrank besagter Freundin eingerichtet. Ein hochwertiges Tee-Brett, und unter dem ganzen edlen Porzellan etwas, dass ich im Laufe des Abends als Gaiwan kennen lernen würde, veredelte neben allerlei Zierart und Blumen die kleine Szenerie. In der Ukraine ist Tee trinken nach der chinesischen Tradition tatsächlich wesentlich verbreiteter als in Deutschland. In Kiew gibt es mehrere Lokalitäten, die sich auf diesen traditionellen Genuss spezialisiert haben und etliche authentische Teesorten im Angebot haben wie beispielsweise der Tea Club Kiew, wo wir vor etlichen Jahren (also vor dem Krieg) einige schöne Stunden verbracht haben. 

Tee Brett mit chinesischem Tee

Chinesische Teezeremonie

Bereits Wochen vorher hatte mir meine gute Freundin konspirativ mit dramatisch gesenkter Stimme von einem “Russen” berichtet, der mich interessieren dürfte: Er vereine meine Leidenschaften für Tee, Osteuropa und gute Geschichten. Mein Interesse war selbstverständlich geweckt. Anders als die klassischen deutschen Feinschmecker – Tees “Süßer Vanille-Quarkkrapfen an Roibusch” oder “Apfelige Romanze in Aspik” a la Tee-Verschwend´ner, bereitete er jedoch reinen chinesischen Blatt-Tee zu. Statt eine Kanne oder einen Filter benutzte er dazu einen traditionell chinesischen Gaiwan, welcher auf einem wunderschönen kleinen Teebrett in lauter fröhlichen Pfützen stand. Der Trick beim Teebrett ist es, alles schön feucht zu halten. Es dürfen auch symbolische Figuren darauf Platz nehmen, wie zum Beispiel die schwimmenden Wasserbüffel, welche ich sehr liebe! Auch frische Botanik findet Verwendung und überhaupt, bei ihm ist erlaubt was gefällt. Er versteht seine Zeremonie als Anlehnung und respektvolle Hommage an die Tradition der alten chinesischen Meister, nur eben mit seinen persönlichen Nuancen. Mich hat am meisten beeindruckt, wie auf einer vollen lauten Veranstaltung, dieses kleine Tee-Zeremoniell Anziehungspunkt und Ruhepol inmitten der dröhnenden Bässe wurde. Gleichwohl fühlten sich auch die größten Punks und Unruhestifter angesichts dieser liebevollen Gestaltung von selbst dazu angehalten, ein wenig gerader zu sitzen, ihr Gespräch feingeistigen Themen zuzuwenden und es wurde tatsächlich die ein oder andere Geschichte vorgetragen oder sogar ein Gedicht rezitiert. Ich möchte meinen, dass die aktive Nutzung eines ästhetischen Tee-Bretts einen Ort in einen höheren kulturellen Status erhebt und das Beste eines jeden Menschen zum Vorschein bringt.
Teefiguren chinesisches Teebrett

Tee trinken: Der perfekte Gesprächseinstieg

Faszinierend fand ich auch, dass so viele Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen (Ukraine, Weißrussland, Deutschland, Spanien, Iran, Senegal um nur die zu nennen an deren Herkunft ich mich explizit erinnere) im Laufe des Abends dort zusammenkamen. Jede Kultur kennt Tee auf irgendeine Art und Weise und bei allen ist er grundsätzlich mit positiven Assoziationen verbunden. Auch für die Menschen, die noch nicht wirklich gut Deutsch sprechen konnten, bot sich am Teebrett ein kleiner Moment der Pause vom gezwungenen Smalltalk oder Tanzen. Alle Achtsamkeit auf die bernsteinfarbene Flüssigkeit des Tees gerichtet, intensiv die sich entfaltenden Aromen in sich aufnehmend, die Schönheit des Arrangements genießens stellte sich sofort ein Gefühl der Gemeinschaft und Nähe ein, man kann reden, kann aber auch die Stille genießen, dem Gespräch der anderen Lauschen, während man im Kreis um das Brett sitzt. 

Tea Pets

Seitdem nehmen wir uns regelmäßig Auszeiten vom Lärm des Alltags, mit einem kleinen Reiseteebrett, ein, zwei großen Thermoskannen mit heißem Wasser und mindestens zwei Reserve Tässchen, so dass wir neugierigen Passanten und Beobachtern ein Schlückchen unseres Tees anbieten können. 
Es ist wunderschön und erstaunlich, mit wie vielen wildfremden Menschen man so spielend leicht ins Gespräch kommt und wie viel Interesse an dem Thema besteht, da irgendwo scheinbar jeder eine positive Verknüpfung zum Tee hat. Interesse wecken vor allem unsere „Tea Pets“. Das sind jene kleinen Porzellan-Figürchen und Ton-Tiere, mit denen ein Teebrett rituell verziert wird. Sie sind nicht nur dekorativ sondern zeugen auch von den Vorlieben und Eigenschaften des Teemeisters, werden doch jedem Tier z.B. bestimmte Eigenschaften nachgesagt. Sie dienen jedoch auch noch einem anderem Zweck: Wenn man den ersten Aufguss wegschüttet, den Aufguss der in der traditionellen chinesischen Teezeremonie dem „Feind“ vorbehalten ist, gießt man ihn oft über die Tonfiguren, damit es nicht so spritzt. 

Tee trinken draußen mit dem chinesischen Teebrett

Tee Set Kinderküche

Während Corona hat unser Engagement in dem Bereich ein wenig nachgelassen. Passanten fanden die Vorstellung wenig appetitlich von fremden Menschen eine Tasse Tee anzunehmen und sich wohlmöglich noch eng dazuzugesellen. Verständlich, war unsere Lust darauf doch auch eher begrenzt.  Entscheidend kam auch die Geburt unseres zweiten Kükens hinzu, die Kleinen finden das Teebrett zwar äußerst spannend, jedoch bin ich immer sehr unentspannt, wenn das wirklich hochwertige traditionell chinesische Porzellan und die z.T. recht kostspieligen Figürchen einem jähen Wutanfall zum Opfer zu fallen drohen. 
Wir haben ein kleines Metallset angeschafft, so dass die Küken ihre eigene Zeremonie „High Tea“ privat abhalten können. Je nach Tagesform mit wechselndem Erfolg. 
Nun, wo die Großeltern auch öfter mal beide Küken betreuen lebt unser Tee-Trinken wieder auf. Am Kanal sitzen, Backgammon spielen, Tee trinken. Und wenn sich die Gelegenheit ergibt, einem völlig fremden Menschen ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubern, an ein tief verwurzeltes Gefühl anknüpfen – der Tee ist fertig!

Wo bekomme ich echten, authentischen chinesischen Tee und Tee Zubehör?

Den besten Tee (echten chinesischen Tee mit Namen und Geschichte 🙂 und das feinste Zubehör an Gaiwanen, Teebrettchen, Tee-Figuren und vielem mehr, findet ihr im ChaDao. Coronabedingt musste der Inhaber seinen herrlichen Ort des Tees und der Kontemplation und chinesischen Kultur in der Frankfurter Innenstadt leider schließen, hat jedoch im Odenwald eine neue Oase eröffnet! Gerhard kann euch nicht nur sämtliche Anbaugebiete aus seinen eigenen Reiseerfahrungen nennen, einige alte Teebäume, die bereits seit hunderten von Jahren beerntet werden und nur Insidern zugänglich sind, kennt er sogar persönlich! Auch die Werkstätten, Handwerksmeister und Verfahrenstechniken rund um die Teemöbel, Teetische und die Teesets die er im Sortiment führt, kennt er durch seinen jahrelangen Austausch mit den alten Meistern. So gerne ich selber ein Schnäppchen im Internet schieße, bei den Teesets lohnt sich eine Anschaffung aus einem traditionellen Handwerksbetrieb. Klar nehmen wir in den Wald auch oft günstige Sets mit, aber es hat einfach etwas spirituell sehr erhebendes einen Gaiwan, oder ein Tässchen mit Geschichte und Namen in den Händen zu halten. Es schlägt eine sehr intime Brücke zwischen uns und die Meister in China. Zumindest vertrauter als zu den chinesischen Produzenten für Alibaba und Amazon 😉 Gerhards Tees und Expertise findet ihr auf seiner Website (Ich denke das ist jetzt unbezahlte Werbung, ich bekomme keine Gegenleistung, aber ich feier seinen Tee und sein Wissen so sehr, dass ich finde- Wenn in guten Tee investieren, dann bei Gerhard!)

Tee Set Kinderküche

Wer seinen Nachwuchs ebenfalls spielerisch für die Teezeremonie begeistern möchte findet hier wirklich schöne und umfangreiche Tee Sets für die Kinderküche. Bei uns ist das ein oder andere leider bereits im Wald beim Tee trinken verloren gegangen, aber lieber ein Stückchen „Holzkuchen“ als ein hochwertiges Porzellan Tässchen aus jahrhundertealter chinesischer Handwerks-Traditon 🙂 Allerdings sind manche dieser Sets so wunderschön, dass ich sie mir in groß wünschen würde! Dies sind Affiliate-Links, dass heißt, das du den üblichen Preis bezahlst, wir aber etwas Provision von Amazon erhalten und damit den Ausbau des Blogs vorantreiben können. Ob aus Metall für englisch angehauchten „High-Tea“ oder ein kleines feines Porzellan Service- in Deutschland produziert, mit Namen individualisierbar und eher mit Kaffee als mit Teekanne, ich denke der Grundgedanke und die innere Haltung zählt, die wir unseren Kindern mit auf den Weg geben. Im Endeffekt ist es egal ob der Tee aus Metall, Ton oder Porzellan serviert wird, solange er mit freundlicher Seele und reinem Herzen zubereitet und ausgeschenkt wird. Vielleicht wirst du überrascht sein, wie sehr schon die Kleinsten diese innere Haltung ausstrahlen, wenn sie ihr Tee Set wie die Großen anrichten und sehr aufmerksam und achtsam ihren eigenen Tee „zubereiten“ und ausschenken 🙂

 

5 Lieblingsplätze in Dortmund zum Teetrinken!

Tee trinken in Dortmund

Gut es muss nicht zwingend das Teebrett sein. Wie auch immer du deine Ruhe und Einkehr findest, beim Picknick, der Mal-Session, dem Lesenachmittag oder What-auch-the-Fuck-dein-Ding ist, ist es wichtig “Routine-Orte” zu haben und Ausweichorte für besonderers Flair, auserwählte Gäste oder bestimmte Jahreszeiten! 
Wie in einigen Beiträgen bereits erwähnt ist es bei uns jedoch das Teebrett, welches vorbeiziehende Passanten überrascht, die Neugierde weckt, ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubert und ich liebe die Möglichkeit random strangers auf einen kleinen Tee einzuladen. Und heißer Tee geht auch wirklich immer.
Tee trinken im Wald oder Park mit dem chinesischen Teebrett
Jetzt während der Corona Pandemie kommt so ein fremdes, potenziell Virus belastetes Porzellan-Tässchen jedoch leider grundsätzlich unseriös rüber und deshalb haben wir lange auf Einladungen fremder Menschen zum Tee verzichtet. Meist trinken wir jetzt ein paar Schlückchen für uns oder mit Freunden. Es ist wie Frieden auf Knopfdruck wenn das erste Wasser die kleinen Wasserbüffel benetzt und das Brett die ersten feuchten Teerspritzer der Woche abbekommt. Auch wenn es manchmal nur eine halbe Stunde Auszeit ist, bis die Küken abgeholt werden müssen oder der nächste Termin ansteht. Unser Tee ist uns recht heilig. Es gibt Freunde die uns anrufen und sinnbildlich sagen: “Bei mir ist grad alles Scheiße- Können wir Tee trinken?”. Jeder der bislang an einer gepflegten Teerunde teilgenommen hat war zumindest ein bisschen besänftigt, ein wenig berührt und etwas positiver. Das Setting ist allerdings entscheidend. Zwar haben mein Falke und ich uns beim Tee auf einer vollbesetzten Party kennengelernt und es hat der Magie absolut keinen Abbruch getan, jedoch finde ich nach wie vor, dass frische Luft, ein schöner Ausblick, etwas Grün und im Idealfall noch Vogelgezwitscher die perfekte Untermalung für eine gelungene Teezeit sind. Wir haben ein paar “Standard-Orte” für uns, wie der Pavillon im Garten, oder die Bank am Lieblingsspielplatz unserer Kinder wo wir uns ohnehin oft aufhalten. 

Hier stelle ich dir ein paar meiner Lieblingsorte vor! 

5.Westfalenpark 

Gut. Der Westfalenpark kommt für Dortmund-Kenner wahrscheinlich absolut vorhersehbar und unüberraschend so wie vermutlich auch Punkt 4! Jedoch verdient wie ich finde! Ein absolutes Chamäleon unter den Parks bietet er für jede Altersgruppe hübsche Fleckchen. Je nach Jahreszeit kann man sich im Rosarium unter prachtvollen Rosenbüschen auf dem Rasen niederlassen, direkt im Schatten an dem Kneipp´schen Wassertretbecken oder in Sichtweite der Kinderspielplätze, wenn man die Küken dabeihat, in der Hoffnung, dass die Spielgeräte einem Zeit für ein paar besinnliche Minuten verschaffen. Ein fernöstliches Ambiente strahlt der wunderschöne japanische Garten inmitten einer liebevoll gestalteten Wasserlandschaft inmitten des Westfalenparks aus. Der Teepavillon schreit geradezu nach einer Teezeremonie! Leider gibt es keine Bank oder ein Tischchen im Teepavillon, da lohnt es sich Sitzgelegenheiten wie Decken oder Klappmöbel mitzubringen!

4.Rombergpark

Ich liebe Tee trinken am Wasser. Vermutlich beruhigt es einfach meine Nerven und zudem finde ich Enten obersympathisch. Weniger sympathisch sind die Kack-Flecken die man später überall auf der Unterseite seiner Picknickdecke findet, aber man kann nicht alles haben. Der Rombergpark überzeugt mit uraltem Baumbestand, vielen Bänken von denen aus man Passanten auf einen Schluck einladen kann und einer wundervollen Vielfalt an Rhododendron Büschen an dem kleinen Hang schräg hinter dem historischen Torhaus. Es gibt einen tollen Rundweg um den See. Entlang des Sees kann man sich innerhalb der Woche recht ungezwungen niederlassen, an sonnigen Wochenenden oder zu Veranstaltungen würde ich davon abraten, da es schnell recht voll wird. 

3.Hohensyburg

Dieser geschichtsträchtige Ort muss ein paar Mal im Jahr bei uns auf dem Programm stehen. Den Berg hochlaufen, Tee Zeug mitschleppen, Aussicht genießen, in den Wald pinkeln und wieder runter laufen. Die Aussicht über Ruhrtal und den Hengsteysee ist immer wieder atemberaubend und ich glaube Ruinen (zumindest im Sonnenschein 🙂 mag jeder! Die Architektur mit Mauern und Treppen bietet demjenigen der Decken mitgebracht hat, genügend Gelegenheiten ein kleines Teebrett windgeschützt aufzustellen und sich von Pracht und dezentem Größenwahn der Bauherren fesseln zu lassen. Wenn das heiße Wasser alle ist, kann man immer noch um den Hengsteysee spazieren oder beim Campingplatz (oder im Casino 😉 höflich um mehr heißes Wasser bitten. 

2.Deusenberg

Ja, mir ist durchaus bewusst, dass ich mich hier für eine Mülldeponie stark mache. Dieser menschengemachte “Berg” im nördlichen Dortmund direkt hinter dem Hafengebiet wird seit fast 30 Jahren jedoch nicht mehr für solch schändliche Zwecke genutzt und wir sind jedes mal entzückt, wenn wir den Wanderschäfer mit seinen Schafen und Kangals begegnen, Falken beim Mäuse jagen beobachten oder einfach nur die unfassbar schöne Aussicht über unser geliebtes Dortmund genießen. Zu sehen gibt es nicht nur die “Klassiker” wie Hafenamt, U-Turm und Florian. Vom Deusenberg kann man viele Container- und Hafenkräne beobachten, den alten Malakow-Turm, die alte Zeche Hansa mit ihren filigraneren Fördertürmen und schließlich auch das hässliche IKEA-Zentrallager. Dennoch bringe ich immer wieder Besucher und Gäste auf den Deusenberg, je größer ihre Vorurteile gegen das Ruhrgebiet, desto schneller jage ich sie auf den Deusenberg hinauf. Schnaufend oben angekommen und mit einem heißen Schlückchen Tee versorgt, die Nase im immer wehenden Wind, im Gras sitzend, bricht es aus den meisten wie bei der Beichte heraus: “Ich hätte nie im Leben gedacht, dass Dortmund so schön ist.” 

1.Hafen und Kanal

Wasser. Wasser, Wasser, Wasser und Bötchen. Wer es -wie ich- sehr industriell mag, geht direkt bei der U-Bahn Haltestelle “Hafen” an die Kaimauer, baumelt die Füßchen über die Kante und trinkt seinen Tee im Industriehafen mit Blick auf Schiffe, Möwen und das alte Hafenamt. Wer ein bisschen mehr Grün zu seinem Tee möchte, der muss ein bisschen weiter raus fahren oder laufen Richtung Deusen, am alten Hafenamt vorbei (Haltestelle “Franziusbrücke”). Interessant und ruhig ist es auf Höhe des Ruderclubs “Germania”. Da kann man beim Tee beobachten wie der “Deutsche Bullen-Achter” trainiert (und die Jungs sind schnell!!) oder eine Bisamratte die Nonnengänse um ihr Brot betrügt. Wenn man über die Brücke läuft gibt es sogar eine Bank, von der aus man je nach Belaubungsgrad der Ufervegetation den Deusenberg sehen kann (ja ich mag den Deusenberg auch einfach als Landmarke). Wenn es einem warm genug ist (sag ich extra weil ich im März Langstreckenschwimmer im Neopren beobachten konnte!!) ist der Kanal übrigens ein vorzügliches Badegewässer. Nur die Bitte an alle: Räumt euren Müll weg. Das ist das einzige was das sommerliche Tee- und Badevergnügen trübt und einfach zu vermeiden wäre. 

Altes Hafenamt Kanal Dortmund

Ansonsten probiert es aus. Natürlich gibt es noch super clandestine oder zufällige Orte. Die sind wahrscheinlich nicht wirklich einfach zu erreichen und bei den hier aufgezählten Orten mag ich, das man nur ein paar Meter weiterzulaufen braucht falls nervige Zeitgenossen, tote Ratten oder Grillreste euren Teegenuss zu stören drohen. Falls ihr absolute Hammer-Orte kennt, die ich unbedingt in diese Liste aufnehmen sollte schreibt mir gerne ne Mail. Wir werden uns vorsichtig mit dem Teebrett nähern 😉

Den besten Tee (echten chinesischen Tee) und das feinste Zubehör an Gaiwanen, Teebrettchen, Tee-Figuren und vielem mehr, findet ihr im ChaDao. Coronabedingt musste der Inhaber seinen herrlichen Ort des Tees und der Kontemplation und chinesischen Kultur in der Frankfurter Innenstadt leider schließen, hat jedoch im Odenwald eine neue Oase eröffnet! Seine Tees und Expertise findet ihr auf seiner Website (Ich denke das ist jetzt unbezahlte Werbung, ich bekomme keine Gegenleistung, aber ich feier seinen Tee und sein Wissen so sehr, dass ich finde- Wenn in guten Tee investieren, dann bei Gerhard!)